§ 5 TierSchG,
Paragraph Tierschutzgesetz

(1) An einem Wirbeltier darf ohne Betäubung ein mit Schmerzen verbundener Eingriff nicht vorgenommen werden. Die Betäubung warmblütiger Wirbeltiere sowie von Amphibien und Reptilien ist von einem Tierarzt vorzunehmen. Dies gilt nicht, soweit die Betäubung ausschließlich durch äußerliche Anwendung eines Tierarzneimittels erfolgt, das nach arzneimittelrechtlichen Vorschriften zugelassen ist, um eine örtliche Schmerzausschaltung zu erreichen, und nach dem Stand von Wissenschaft und Technik zum Zweck der Durchführung des jeweiligen Eingriffs geeignet ist. Dies gilt ferner nicht für einen Eingriff im Sinne des § 6 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2a, soweit die Betäubung ohne Beeinträchtigung des Zustandes der Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit, ausgenommen die Schmerzempfindung, durch ein Tierarzneimittel erfolgt, das nach arzneimittelrechtlichen Vorschriften für die Schmerzausschaltung bei diesem Eingriff zugelassen ist. Für die Betäubung mit Betäubungspatronen kann die zuständige Behörde Ausnahmen von Satz 2 zulassen, sofern ein berechtigter Grund nachgewiesen wird. Ist nach den Absätzen 2, 3 und 4 Nr. 1 eine Betäubung nicht erforderlich, sind alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Schmerzen oder Leiden der Tiere zu vermindern.


(2) Eine Betäubung ist nicht erforderlich,

1.
wenn bei vergleichbaren Eingriffen am Menschen eine Betäubung in der Regel unterbleibt oder der mit dem Eingriff verbundene Schmerz geringfügiger ist als die mit einer Betäubung verbundene Beeinträchtigung des Befindens des Tieres,
2.
wenn die Betäubung im Einzelfall nach tierärztlichem Urteil nicht durchführbar erscheint.


(3) Eine Betäubung ist ferner nicht erforderlich

1.
für das Kastrieren von unter vier Wochen alten männlichen Rindern, Schafen und Ziegen, sofern kein von der normalen anatomischen Beschaffenheit abweichender Befund vorliegt,
1a.
(weggefallen)
2.
für das Enthornen oder das Verhindern des Hornwachstums bei unter sechs Wochen alten Rindern,
3.
für das Kürzen des Schwanzes von unter vier Tage alten Ferkeln sowie von unter acht Tage alten Lämmern,
4.
für das Kürzen des Schwanzes von unter acht Tage alten Lämmern mittels elastischer Ringe,
5.
für das Abschleifen der Eckzähne von unter acht Tage alten Ferkeln, sofern dies zum Schutz des Muttertieres oder der Wurfgeschwister unerläßlich ist,
6.
für das Absetzen des krallentragenden letzten Zehengliedes bei Masthahnenküken, die als Zuchthähne Verwendung finden sollen, während des ersten Lebenstages,
7.
für die Kennzeichnung
a)
durch implantierten elektronischen Transponder,
b)
von Säugetieren außer Schweinen, Schafen, Ziegen und Kaninchen durch Ohr- oder Schenkeltätowierung innerhalb der ersten zwei Lebenswochen,
c)
von Schweinen, Schafen, Ziegen und Kaninchen durch Ohrtätowierung,
d)
von Schweinen durch Schlagstempel und
e)
von landwirtschaftlichen Nutztieren durch Ohrmarke oder Flügelmarke.


(4) Das Bundesministerium wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates

1.
über Absatz 3 hinaus weitere Maßnahmen von der Betäubungspflicht auszunehmen, soweit dies mit § 1 vereinbar ist,
2.
Verfahren und Methoden zur Durchführung von Maßnahmen nach Absatz 3 sowie auf Grund einer Rechtsverordnung nach Nummer 1 bestimmter Maßnahmen vorzuschreiben, zuzulassen oder zu verbieten, soweit dies zum Schutz der Tiere erforderlich ist.


Benachbarte Paragraphen


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Antrag für Tierversuche - Ruhr-Universität Bochum

http://www.ruhr-uni-bochum.de/tierschutzbeauftragter/Antrag-Anzeige.docx
4. ggf. Formblatt „Abschlussbeurteilung genetisch veränderter Zuchtlinien“ (s. Punkt 1.1.5.1). 5. ggf. Formblatt „Wiederholte Verwendung von Primaten“. 6. Belastungstabelle (s. Punkt 1.2.9). 7. Score Sheet (s. Punkt 1.2.10). 8. Aufzeichnungsmuster nach §


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Tierschutzgesetz

https://rp-giessen.hessen.de/sites/rp-giessen.hessen.de/files/content-downloads...
4. an die Pflege einschließlich der Überwachung der Tiere; hierbei kann das Bundesministerium auch vorschreiben, dass Aufzeichnungen über die Ergebnisse der Überwachung zu machen, aufzubewahren und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen sind,.

Antrag auf Erteilung der Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz ...

https://www.kreis-mettmann.de/media/custom/2023_1051_1.PDF?1494575318
gestellt werden, zu halten (§ 11 Abs. 1 Nr. 4 TierSchG). Wirbeltiere, die nicht Nutztiere sind, zum Zwecke der Abgabe gegen Entgelt oder eine sonstige. Gegenleistung in das Inland zu verbringen oder einzuführen (§ 11 Abs. 1 Nr. 5 1. Alternative TierSchG)

TierSchG - Deutscher Bundestag

http://www.bundestag.de/blob/406732/86b5e225ae2677a3c4b867c7f4bca6ff/wd-5-163-0...
Tierschutzgesetz (TierSchG). Sachstand WD 5 - 3000 - 163/08. Abschluss der Arbeit: 22. Oktober 2008. Fachbereich WD 5: Wirtschaft und Technologie;. Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz;. Tourismus. Telefon: Ausarbeitungen und andere Informatio

Antrag § 11 TierSchG - Kreis Siegen-Wittgenstein

http://www.siegen-wittgenstein.de/media/custom/2170_99_1.PDF?1469174138
Beiblatt zum Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 Tierschutzgesetz (TierSchG). 5. Tierangaben. (Angaben zur Tierart und Höchstzahl der Tiere, die jährlich gezüchtet / gehandelt werden sollen bzw. deren gleichzeitige Haltung beabsichtigt

Auszug Tierschutzgesetz (TierSchG)

http://www.landkreis-ludwigsburg.de/fileadmin/kreis-lb.de/pdf-dateien/buerger-i...
18.05.2006 - sicherzustellen, dass die Anforderungen des § 2 eingehalten werden. Insbesondere hat er zum Zwecke seiner Beurteilung, dass die Anforderungen des § 2 erfüllt sind, geeignete tierbezogene Merkmale (Tierschutzindikatoren) zu erheben und zu bew


Webseiten zum Paragraphen

RIS - Tierschutzgesetz § 5 - Bundesrecht konsolidiert

https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR4...
Züchtungen vornimmt, bei denen vorhersehbar ist, dass sie für das Tier oder dessen Nachkommen mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder Angst verbunden sind (Qualzüchtungen), sodass in deren Folge im Zusammenhang mit genetischen Anomalien insbesondere eines od

§ 7a TierSchG Tierschutzgesetz - Buzer.de

http://www.buzer.de/gesetz/5698/a78181.htm
4. Entwicklung und Herstellung sowie Prüfung der Qualität, Wirksamkeit oder Unbedenklichkeit von Arzneimitteln, Lebensmitteln, Futtermitteln oder anderen Stoffen oder Produkten mit einem der in Nummer 2 Buchstabe a bis c oder Nummer 3 genannten Ziele,; 5

Erlaubnis nach §11 Abs.1 Nr. 5 TierSchG - Zukunftskatzen - Chats de l ...

https://www.zukunftskatzen.com/der-verein/erlaubnis-nach-11-abs-1-nr-5-tierschg/
Uns wurde die Erlaubnis gem. §11 Abs. 1 Nr. 5 TierSchG erteilt. Zuständige Aufsichtsbehörde: Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Solingen. Impressum | Datenschutz | Sitemap Das Copyright auf alle Bilder und Texte dieser Homepage liegt einzig und a

Erlaubnis nach §11 Tierschutzgesetz - Rechtsanwalt Manuel Kuhnke

https://www.rechtsanwalt-kuhnke.de/erlaubnis-nach-11-tierschutzgesetz/
"Nach § 11 Abs. 1 Nr. 5 i. V. m. § 21 Abs. 4a des Tierschutzgesetzes (TierSchG) ist ab dem 01.08.2014 das Verbringen oder die Einfuhr von Wirbeltieren, außer Nutztieren, zum Zwecke der Abgabe gegen Entgelt oder eine sonstige Gegenleistung in das Inland o

VG Würzburg, Beschluss v. 02.04.2015 – W 5 E 15.224 - Bürgerservice

http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2015-N-44334?hl=...
11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 f) TierSchG. § 21 Abs. 5 Satz 1 TierSchG. § 11 Abs. 1 Satz 2 und 3, Abs. 2 TierSchG a. F. Nr. 12.2.2.3 AVV. Schlagworte: Anordnungsgrund, Befähigung zum Richteramt, Einstweilige Anordnung, Erlaubnispflicht. Rechtsmittelinstanz: VGH


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  • Verortung im TierSchG

    TierSchGVierter Abschnitt Eingriffe an Tieren › § 5

  • Zitatangaben (TierSchG)

    Periodikum: BGBl I
    Zitatstelle: 1972, 1277
    Ausfertigung: 1972-07-24
    Stand: Neugefasst durch Bek. v. 18.5.2006 I 1206, 1313;

  • Hinweise zum Zitieren

    Als Referenz auf das TierSchG in einer wissenschaftlichen Arbeit

    § 5 TierSchG
    § 5 Abs. 1 TierSchG oder § 5 Abs. I TierSchG
    § 5 Abs. 2 TierSchG oder § 5 Abs. II TierSchG
    § 5 Abs. 3 TierSchG oder § 5 Abs. III TierSchG
    § 5 Abs. 4 TierSchG oder § 5 Abs. IV TierSchG

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