§ 3 TierSchG
Paragraph 3 Tierschutzgesetz

Es ist verboten,

1.
einem Tier außer in Notfällen Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist oder die offensichtlich seine Kräfte übersteigen,
1a.
einem Tier, an dem Eingriffe und Behandlungen vorgenommen worden sind, die einen leistungsmindernden körperlichen Zustand verdecken, Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines körperlichen Zustandes nicht gewachsen ist,
1b.
an einem Tier im Training oder bei sportlichen Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen Maßnahmen, die mit erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind und die die Leistungsfähigkeit von Tieren beeinflussen können, sowie an einem Tier bei sportlichen Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen Dopingmittel anzuwenden,
2.
ein gebrechliches, krankes, abgetriebenes oder altes, im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier, für das ein Weiterleben mit nicht behebbaren Schmerzen oder Leiden verbunden ist, zu einem anderen Zweck als zur unverzüglichen schmerzlosen Tötung zu veräußern oder zu erwerben; dies gilt nicht für die unmittelbare Abgabe eines kranken Tieres an eine Person oder Einrichtung, der eine Genehmigung nach § 8 Absatz 1 Satz 1 und, wenn es sich um ein Wirbeltier handelt, erforderlichenfalls eine Genehmigung nach Vorschriften, die auf Grund des § 9 Absatz 3 Nummer 1 und 2 erlassen worden sind, für Versuche an solchen Tieren erteilt worden ist,
3.
ein im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen,
4.
ein gezüchtetes oder aufgezogenes Tier einer wildlebenden Art in der freien Natur auszusetzen oder anzusiedeln, das nicht auf die zum Überleben in dem vorgesehenen Lebensraum erforderliche artgemäße Nahrungsaufnahme vorbereitet und an das Klima angepasst ist; die Vorschriften des Jagdrechts und des Naturschutzrechts bleiben unberührt,
5.
ein Tier auszubilden oder zu trainieren, sofern damit erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind,
6.
ein Tier zu einer Filmaufnahme, Schaustellung, Werbung oder ähnlichen Veranstaltung heranzuziehen, sofern damit Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind,
7.
ein Tier an einem anderen lebenden Tier auf Schärfe abzurichten oder zu prüfen,
8.
ein Tier auf ein anderes Tier zu hetzen, soweit dies nicht die Grundsätze weidgerechter Jagdausübung erfordern,
8a.
ein Tier zu einem derartig aggressiven Verhalten auszubilden oder abzurichten, dass dieses Verhalten
a)
bei ihm selbst zu Schmerzen, Leiden oder Schäden führt oder
b)
im Rahmen jeglichen artgemäßen Kontaktes mit Artgenossen bei ihm selbst oder einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder
c)
seine Haltung nur unter Bedingungen zulässt, die bei ihm zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führen,
9.
einem Tier durch Anwendung von Zwang Futter einzuverleiben, sofern dies nicht aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist,
10.
einem Tier Futter darzureichen, das dem Tier erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden bereitet,
11.
ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist,
12.
ein Tier als Preis oder Belohnung bei einem Wettbewerb, einer Verlosung, einem Preisausschreiben oder einer ähnlichen Veranstaltung auszuloben,
13.
ein Tier für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen oder für sexuelle Handlungen Dritter abzurichten oder zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen.
Satz 1 Nummer 12 gilt nicht, wenn das Tier auf einer in Satz 1 Nummer 12 bezeichneten Veranstaltung ausgelobt wird, bei der erwartet werden kann, dass die Teilnehmer der Veranstaltung im Falle des Gewinns als künftige Tierhalter die Einhaltung der Anforderungen des § 2 sicherstellen können.


Benachbarte Paragraphen


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Word Dokumente zum Paragraphen

Aufzeichnungen §29-TierSchVersV finalFU

http://www.vetmed.fu-berlin.de/einrichtungen/institute/we11/tierschutzbeauftrag...
8a Abs. 1 Nr. 1 TierSchG; gesetzlich vorgeschrieben. § 8a Abs. 1 Nr. 2 TierSchG; diagnostische Maßnahmen /Chargenprüfungen etc. § 8a Abs. 3 TierSchG Versuche an Zehnfußkrebsen. § 8a Abs. 1 Nr. 3a TierSchG; Eingriffe und Behandlungen zur Gewinnung/Vermehr


PDF Dokumente zum Paragraphen

TierSchG - Deutscher Bundestag

http://www.bundestag.de/blob/406732/86b5e225ae2677a3c4b867c7f4bca6ff/wd-5-163-0...
ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,. 3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Un- terbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.“ Wird gegen § 2 TierSchG ve

Empfehlungen zum Verfassen von Mitteilungen nach §4 Abs. 3 ...

https://www.medizin.uni-tuebingen.de/tierschutz/2016.4.11_Hinweise_zum_Ausfulle...
22.03.2016 - Empfehlungen zum Verfassen von Mitteilungen nach §4 Abs. 3 TierSchG an der Eberhard Karls Universität Tübingen. (Töten von Wirbeltieren, ausschließlich um ihre Organe oder Gewebe zu wissenschaftlichen. Zwecken zu verwenden). Die Tötung von T

Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz ...

https://www.mannheim.de/sites/default/files/page/34679/antrag_11_erlaubnis_neu_...
Tiere für andere in einem Tierheim oder in einer ähnlichen Einrichtung zu halten. (§11 Abs.1 Nr.3 TierSchG). Tiere in einem Zoologischen Garten oder einer anderen Einrichtung , in der Tiere gehalten und zur Schau gestellt werden, zu halten (§ 11 Abs.1 Nr

Die Reichweite des § 16a TierSchG

http://www.tiere-unter-menschen.de/documents/reichweite_16a_tierschg_analyse_ra...
Art. 14 Grundgesetz (GG)3. Bei der Betrachtung des § 16a ist stets § 1 TierSchG zu beachten. Dieser normiert die Zielrichtung des Tierschutzgesetzes, das seinen Zweck in der umfassenden. Bewahrung des Lebens und Wohlbefindens des Tieres hat.4 Das Tier wi

„Bärenfall Seite 3 Hinweise zur Erörterung: 1. Rechtsgrundlage für die ...

https://tierschutz.hessen.de/sites/tierschutz.hessen.de/files/content-downloads...
„Bärenfall. Seite 3. Hinweise zur Erörterung: 1. Rechtsgrundlage für die Untersagung der Zurschaustellung ist § 11Abs. 3 Satz 2. TierSchG a.F. (= § 11 Abs. 5 S. 6 TierSchG n.F.). Zuständigkeit: Örtlich zuständig zum Erlass der angegriffenen Verfügungen i


Webseiten zum Paragraphen

§ 18 TierSchG Tierschutzgesetz - Buzer.de

http://www.buzer.de/gesetz/5698/a78210.htm
(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig 1. einem Wirbeltier, das er hält, betreut oder zu betreuen hat, ohne vernünftigen Grund erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, 2. (aufgehoben) 3. einer a)

Tierschutz, Tierschutzgesetz & Tierrechte - anwalt.org

https://www.anwalt.org/tierschutz/
2 Das Tierschutzgesetz (TierSchG) und andere Verordnungen zum Tierschutz. 2.1 Tierschutz als Schutz des Menschen und als Druckmittel; 2.2 Die zwölf Abschnitte im Tierschutzgesetz. 2.2.1 Wovor sind Tiere geschützt? 2.2.2 Welche Strafen erwartet einen, der

Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des ...

http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_09022000_3213522000...
2.3.1 Bundesrechtliche Vorschriften im Sinne des § 3 Nr. 11 sind bisher insbesondere § 5 Abs. 3 der Tierschutztransportverordnung sowie § 5 Abs. 2 der ..... Für alle anderen Maßnahmen nach dem Tierschutzgesetz einschließlich der Rücknahme oder des Widerr

§ 3 Satz 1 Nr. 13 TierSchG ist verfassungsgemäß ...

https://www.kanzlei-hoenig.de/2016/3-satz-1-nr-13-tierschg-ist-verfassungsgemae...
18.02.2016 - Mit heute veröffentlichtem Beschluss hat die 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts eine Verfassungsbeschwerde gegen einen Ordnungswidrigkeitentatbestand im Tierschutzgesetz nicht zur Entscheidung angenommen. Danach können

Tierschutzgesetz - Deutscher Tierschutzbund

https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/recht/tierschutzgesetz/
Daneben sieht das Tierschutzgesetz Einzelverbote vor, mit denen tierschutzwidrige Handlungen unterbunden werden sollen. Insbesondere ist hier der so genannte Verbotsparagraph 3 zu nennen. Danach ist es zum Beispiel verboten, ein Tier auszusetzen oder "ei


  • Verortung im TierSchG

    TierSchGZweiter Abschnitt: Tierhaltung › § 3

  • Zitatangaben (TierSchG)

    Periodikum: BGBl I
    Zitatstelle: 1972, 1277
    Ausfertigung: 1972-07-24
    Stand: Neugefasst durch Bek. v. 18.5.2006 I 1206, 1313;

  • Hinweise zum Zitieren

    Als Referenz auf das TierSchG in einer wissenschaftlichen Arbeit

    § 3 TierSchG
    § 3 Abs. 1 TierSchG oder § 3 Abs. I TierSchG

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